Jugendverbandsarbeit – Was ist das eigentlich?

Die Frage hat der Hessische Jugendring, als Zusammenschluss und Vertreter aller Jugendverbände in Hessen, in seiner Broschüre „Auf geht’s! Wie Jugendverbandsarbeit funktioniert.“ beantwortet. Hier ein Auszug mit einigen Kommentaren mit direktem Bezug zu uns als KjG:

Wenn Jugendliche sich regelmäßig treffen, um etwas zu unternehmen, Sport zu machen, gemeinsam wegzufahren oder um an einer Veranstaltung teilzunehmen, ist das dann schon Jugendarbeit?! Nein, denn Jugendarbeit ist mehr! Sie basiert auf einigen wichtigen Prinzipien, die „echte Jugendarbeit“ von „Angeboten für Jugendliche“ unterscheiden. Wer für sich den Anspruch erhebt, Jugendarbeit zu machen, muss alle der nachfolgend aufgeführten Prüfsteine anerkennen und umsetzen:

Ehrenamtlichkeit

Der allergrößte Teil der Jugendarbeit beruht auf ehrenamtlichem Engagement. Ehrenamtliche – der „Schatz“ und das „Herzstück“ – stecken aus eigenem Antrieb und ohne Bezahlung viel Energie und Zeit in die unterschiedlichsten Angebote für Jugendliche. Auch bei uns in der KjG engagieren sich viele Ehrenamtliche in ihrer Freizeit für den Verband auf allen Ebenen von der Pfarrei bis zum Bund, hierbei werden sie von wenigen Hauptamtlichen unterstützt.

Partizipation und Selbstbestimmtheit

Junge Menschen sollen lernen, sich für ihre Interessen einzusetzen und dabei auch die Positionen anderer zu akzeptieren. In der Jugendarbeit heißt das: Kinder und Jugendliche entscheiden selbst, was sie in ihrer Freizeit tun möchten und worauf sie keine Lust haben. Gemeinsam mit den Jugendleiter*innen überlegen sie daher gleichberechtigt, welche Projekte sie anpacken und welche Themen sie bearbeiten wollen und lernen dabei, dass es sich lohnt, sich für etwas einzusetzen und zu engagieren: Demokratie wird anfassbar! In der KjG wird Demokratie sehr groß geschrieben, schon von klein an dürfen sich alle unsere Mitglieder zum Beispiel in der Gruppenstundengestaltung aber auch in der Mitgliedsversammlung ihre Meinung einbringen und werden angehört – gelebte Kindermitbestimmung also.

Jugendleiter*innen

Wer sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert und eine Leitungsrolle übernimmt, sei es in regelmäßigen Gruppenstunden oder Aktionen oder im Zeltlager, wird Jugendleiter*in genannt. Besonders qualifiziert sind Jugendleiter*innen, wenn sie eine Juleica-Ausbildung absolviert haben. Mit dem Nachweis einer Grundausbildung, eines Kurses für lebensrettende Sofortmaßnahmen („kleiner Erste-Hilfe-Kurs“) und dem ehrenamtlichen Engagement haben Jugendleiter*innen Anspruch auf die Juleica (Jugendleitercard). Diese Grundausbildung, die bei uns „Kupa“ (Kurspaket) genannt wird, kann auch bei der KjG Mainz absolviert werden. Schaut einfach mal auf unserer Homepage bei „Schulungen“ vorbei und meldet euch an.

Gleichaltrigenerziehung

Jugendarbeit ist auch deshalb so attraktiv für viele Kinder und Jugendliche, weil die Jugendleiter*innen meist nicht viel älter sind als sie selbst. Mehr als die Hälfte von ihnen ist jünger als 23 Jahre. Das heißt, die Lebenswelten der Jugendlichen und der Jugendleiter*innen liegen nicht sehr weit auseinander und die Jugendleiter*innen sind glaubwürdig in ihrer Sprachwahl, im Kleidungs- und Musikgeschmack, aber auch mit ihren Problemen in Schule und Ausbildung, mit den Eltern, Freund*innen und Beziehungen. Das erleichtert es den Jugendlichen, sich bei Problemen an die Jugendleiter*innen zu wenden. Je gleichberechtigter die Beziehung zwischen dem/ der Jugendleiter*in und den Jugendlichen ist, desto mehr Partizipation und Entfaltung ist möglich.

Nicht-kommerzielle Ausrichtung

Jugendarbeit ist nicht-kommerziell, d.h. es geht nicht darum, mit den Angeboten Geld zu verdienen. Teilnahmebeiträge, z.B. für Übernachtung und Verpflegung, sollen einen Teil der Kosten decken, sind jedoch in der Regel relativ niedrig angesetzt, da es finanzielle Zuschüsse vom Träger oder vom Staat gibt bzw. geben kann. So können auch Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien an den Angeboten teilnehmen.

Freiwilligkeit

Jugendarbeit basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Das heißt, Jugendliche können selbst entscheiden, ob sie Angebote der Jugendarbeit nutzen wollen oder nicht. Freiwillig bedeutet jedoch nicht beliebig. Natürlich muss man nicht für alle Zeit Mitglied einer bestimmten Jugendgruppe bleiben und kann gehen, wenn man andere Interessen entwickelt oder es zeitlich nicht mehr passt. Wenn man jedoch entschieden hat, sich zu engagieren und Verantwortung übernimmt, verlassen sich die anderen darauf. Gleiches gilt, wenn man sich zur Teilnahme an einer (kostenpflichtigen) Veranstaltung entschieden hat. Außerdem gibt es natürlich auch in der Jugendarbeit Regeln, damit sich alle wohlfühlen und der Jugendschutz gewahrt wird.

Orientierung an den Interessen der Jugendlichen

Im Mittelpunkt der Jugendarbeit stehen die Interessen der Kinder und Jugendlichen, die ihr Programm selbst (mit)gestalten. Es sollte darauf geachtet werden, dass sich alle mit ihren Interessen wiederfinden.

Öffentliche Zugänglichkeit

Die Angebote der Jugendarbeit stehen grundsätzlich allen Jugendlichen zur Verfügung, sofern es nicht bestimmte Altersvorgaben für bestimmte Angebote gibt. Ansonsten gilt: Jede/r kann mitmachen! Daher bewerben Jugendgruppen und -verbände ihre Angebote auch öffentlich und nicht nur intern, denn: Je bunter die Teilnehmer*innen, umso spannender die Jugendarbeit!

Vielfältigkeit im Angebot

Ein wichtiges Merkmal von Jugendarbeit ist ihre Vielfältigkeit. Erst wenn gemeinsame Tätigkeiten die unterschiedlichen Interessen der Jugendlichen berücksichtigen und von ihnen mitgestaltet werden, kann man von Jugendarbeit sprechen. Vielfalt ist es, was Jugendarbeit von bloßen Angeboten für Jugendliche unterscheidet. Es gibt nicht nur das eine Angebot, sondern eine Vielzahl verschiedener Themen, Aktionen, Methoden, Projekte usw.

In der KjG lernen Kinder und Jugendliche nicht eine bestimmte Sportart zu beherrschen oder wie man Menschen in Not rettet. Aber durch ihre Jugendleiter*innen, die Verbandsstrukturen und das Miteinander lernen sie vor allem demokratische und christliche Prinzipien und Werte kennen und diese anzuwenden. Doch fast das gesamte Angebot in Gruppenstunden und Freizeiten richtet sich nach den Interessen, Bedürfnissen und Wünschen unserer Teilnehmenden.

Zum nachlesen:

http://www.hessischer-jugendring.de/fileadmin/user_upload/pdf/Arbeitshilfen/Broschuere_Auf-geht_s_Neuauflage_20171130_Gesamt_kleiner.pdf

Alle diese Kriterien erfüllt die KjG als Verband und betreibt somit wirkliche Jugendarbeit.

Diesen Text gibt es hier als PDF zum runterladen.

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