In der Wildnis ausgesetzt: Teamer der Schulung renatured setzten Teilnehmer drei Tage lang ohne Handy und Internet im Wald aus.

Darmstadt/Höchst (Odenwald)
Zehn Teilnehmer haben die Outdoorschulung der KjG Mainz gebucht und trafen sich deshalb am vergangenen Freitag in Darmstadt am Hauptbahnhof. Von dort sollte es mit zwei Bussen zum Zeltplatz gehen. Der Weg dort hin stellte sich jedoch als Herausforderung da. Bei mehreren kurzen Zwischenstopps mussten Kennenlernspiele gemeistert, mit verbundenen Augen eingekauft, Knoten geknüpft, Handys abgegeben und Karten gelesen werden. Die letzte Aufgabe sollte der Gruppe zum Verhängnis werden. Beim letzten Zwischenhalt sollten die Teilnehmer anhand von Landschaftsmerkmalen herausfinden, wo sie sich auf der Karte befinden. Dazu mussten sie ein Stück den Hügel hinauf laufen, um eine bessere Sicht auf das umliegende Gelände zu bekommen. Oben angelangt, mussten sie jedoch feststellen, dass ihre Teamer und die Busse verschwunden waren.  Solch eine Situation überleben heutzutage nur noch die Wenigsten: im Wald ausgesetzt, ohne Handy und Internet, nur mit einer Karte und einem Kompass ausgestattet. Mit einem Blick auf die Karte erkannten die Ausgesetzten jedoch sofort wo sie waren und fanden fast ohne Komplikationen auf den Zeltplatz, auf dem die Teamer sie schon erwarteten. Zwar hatten die Teamer die Zelte, in denen geschlafen werden sollte, schon aufgebaut, sich dabei aber nicht sonderlich viel Mühe gegeben, weshalb die Teilnehmer die Zelte nochmal neu abspannen mussten, um die Stabilität der Zelte zu garantieren. Diese Vorsichtsmaßnahme sollte sich am nächsten Tag als besonders Weise heraus stellen. Im Anschluss wurde die Jurte aufgebaut, Holz gesammelt und sich häuslich eingerichtet. Nach einer von den Teamern zubereiteten Nudelpfanne und dem anschließenden Abspülen des Geschirrs, gab es für die Teilnehmer eine theoretische Einführung in die Erlebnispädagogik. So neigte sich der erste Tag bei einem gemütlichen Lagerfeuer dem Ende.
Am nächsten Morgen wurden alle vom Regen geweckt, dennoch musste das Frühstück vorbereitet werden, doch wie kocht man Kaffee ohne Kaffeemaschine und Strom? Die Teilnehmer wussten sich zu helfen, schnell etwas Wasser über dem Feuer erhitzen und durch einen mit Kaffeepulver gefüllten Filter in die Kanne laufen lassen. Nach dem Frühstück wurde trotz anhaltendem Regen Holz gesammelt und zum trocknen um die Feuerstelle drapiert, damit am Abend ein Feuer gemacht werden konnte. Zur Freude aller hatte es endlich aufgehört zu regnen und die Teamer präsentierten eine ganzen Berg  an Werkzeugen, Seilen und weiteren mehr oder weniger wichtigen Utensilien, die man zum Überleben in freier Wildbahn benötigen könnte. Die Aufgabe der Teilnehmer war es nun auszuwählen, welche Materialien mitgenommen werden sollten, um die, auf sie zukommenden, Aufgaben lösen zu können. Es wurde sich für ein ganzes Arsenal an Beilen, Karten, Sägen, Seilen, Kompanten und Proviant entschieden. Im Anschluss konnte die Wanderung los gehen. Doch schon nach  wenigen hundert Metern gab es die ersten Aufgaben zu bewältigen. In zwei Gruppen aufgeteilt sollten ein “laufendes A” und “Skier” gebaut werden. Es wurde gesägt, geknotet und getüftelt, bis einige Stunden später zwei A durch die Gegend liefen und Ski gefahren wurde. Aber auch die nächste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten, zufälligerweise hatte jemand Augenbinden auf dem Weg verloren und so mussten die Teilnehmer mit verbundenen Augen, geführt von den Teamern, durch den Wald wandern. Nach einer kurzen Stärkung mit Melone, Äpfeln, Müsliriegeln und Brot, lag das nächste Hindernis vor den Teilnehmern, ein horizontales Spinnennetz musste überwunden werden. Alle sollten samt Proviant und Material, ohne das Netz zu berühren, auf die andere Seite kommen. Erschwerend kam hinzu, dass jedes Loch nur zwei Leuten zum Ausstieg aus dem Netz diente, außerdem hatte es begonnen wie aus Eimern zu schütten. Doch all diese Widrigkeiten hinderten die Teilnehmer nicht auch diese Aufgabe mit Bravur zu meistern. Vom Regen völlig durchnässt und vom robben auf dem Boden auch ziemlich matschig ging es für alle zurück auf den Platz. Dank des erneuten Abspannen der Zelte am Vortag, waren die Zelte von innen vom Regen verschont geblieben und alle konnten trockene Kleidung anziehen und sich am Feuer wärmen. Doch es blieb nicht viel Zeit zum Entspannen, da das Abendessen vorbereitet werden wollte. Also wurde noch mehr Holz für das Feuer gesammelt, damit genug Glut vorhanden war, um die Pizza später darauf zu Grillen. Für eine richtige Pizza musste noch ein Hefeteig gemacht und für den Belag die Tomatensauce gerührt, das Gemüse geschnitten und die Pizzableche eingeölt werden. Im Anschluss an das Abendessen wurde schnell gespült und der Abend mit über dem Feuer gegrillten Marshmallows abgerundet.
Nach einem sonnigen Frühstück am nächsten Tag, ging es für alle ans Abbauen und Aufräumen. Die Jurte wurde ausgeräumt, abgebaut, sauber gemacht und eingepackt, sämtliches Material aufgeräumt und in Kisten verstaut. Vor dem Mittagessen wurden noch einige Vertrauensspiele gespielt. Nach Nudeln mit Carbonara- und Tomatensauce wurden zu letzt die Zelte eingerissen und das gesamte Material samt Teamern und Teilnehmern in die Busse verladen.
Obwohl die Überlebenschancen ohne Handy und Internet für alle sehr gering waren, haben die Teilnehmer und Teamer die drei Tage unbeschadet überstanden und sind wieder in der Zivilisation angekommen.