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Die Vorbereitung

Zu unserer Reisegruppe gehören Clara, Johannes, Jonas, Lara, Lea, Paul, Philipp, Pia, Saskia und Tabea.Am Vorbereitungswochenende im Mai haben wir uns alle kennen gelernt und schon einmal inhaltlich auf die Themen der Begegnung eingestellt. Da ging es neben den Erwartungen an die Begegnung, einer Einheit zum Land Ruanda an sich und der Vorbereitung der Fahrt zum Beispiel um die Sustainable Development Goals (SDGs). Das vierte der 17 SDGs ("höherwertige Bildung") ist das Thema der Internationalen Jugendbegegnung 2018/19. Eng mit Begegnungen auf dem Afrikanischen Kontinent verknüpft sind die Themen Rassismus und Critical Whiteness.  Das war ein weiterer Baustein unseres Vorbereitungswochenendes.

In der Karwoche 2018 war ein kleines Team schon mal zum Vorbesuch bei Xavéri Rwanda. Über die organisatorische Vorbereitung innerhalb des KjG Diözesanverbands und mit unserem Projektpartner lest ihr in unseren BeiträgenTeil 1und Teil 2.

Die Anreise - 06.08.2018

8:30 Uhr - das ist ja eine ganz humane Uhrzeit um sich am Flughafen zu treffen 🙂 Noch vor der Gepäckaufgabe wurden die T-Shirts, die extra für die Reisegruppe bedruckt wurden, verteilt. Der Check-In verlief reibungslos und danach wanderte die ganze Reisegruppe mit unserem KjG Geist David Schroth in die Flughafen Kapelle für einen Reisesegen. Dann Ffm -> Istanbul -> Kigali, Ruandas Hauptstadt. Ankunft mitten in der Nacht. Ein Abholkommitee aus der ruandischen Projektleitung und der Projektkoordinatorin wartete auf uns, um in einem kleinen Bus durch das nächtliche Kigali zum Gelände des Xavéri Mouvements zu fahren. Die erste Nacht, in der man sich an die neue Umgebung und die anderen Geräusche gewöhnen musste, war wohl nicht die entspannteste... (Clara)

Day 2 - 07.08.2018

Nach unserer ersten Nacht in den Unterkünften auf dem Gelände des Xavéri Movement kamen wir morgens zur offiziellen Eröffnung der Jugendbegegnung zusammen. Begrüßt wurden wir von den Teilnehmenden aus Ruanda mit einer Vorstellung ihrer traditionellen Tänze und vom National Chief des Verbands. Auch verschiedene Kennlernspiele kamen am Vormittag nicht zu kurz und nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es mit dem Bus in das Stadtzentrum von Kigali. Geld wurde getauscht und die ersten Einkaufserlebnisse in ruandischen Supermärkten gesammelt. Der Abend ging mit weiteren Spielen und viel Gesang entspannt zu Ende. (Lea)

Day 3 - 08.08.2018

Am zweiten Tag unserer internationalen Jugendbegegnung begannen wir mit einem Vortrag mit anschließenden Diskussionen von Dr. Gabriel Nizeymana zu den Themen SGD’s, Bildung und besonders über nicht-schulische Bildung. Am Nachmittag konnten wir uns anschließend in der Gruppe über Aktionen in beiden Jugendgruppen austauschen, in welchen wir gezielt nicht-schulische Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen umsetzen. Der Abend wurde anschließend dazu genutzt, sich über die generelle Jugendarbeit und typische Spiele für unsere Verbände auszutauschen. (Johannes)

Day 4 - 09.08.2018

Heute startete das Vormittagsprogramm mit einer Vorstellung beider Verbände zum Thema Gruppenleiter*innenausbildung. Nach einem Input der KjG verglichen wir beide Ansätze und beschäftigten uns mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Außerdem bekamen wir Besuch von einem Mitglied des Nationalen Jugendkomitees aus Ruanda und diskutierten über Programme des Landes zur Senkung der (Jugend-)Arbeitslosigkeit und der Verbesserung des allgemeinen Bildungslevels. Vor dem Abendessen gab es erneut eine Diskussionsrunde zum Thema nicht-schulische Bildung. (Lea)

Day 5 - 10.08.2018

Unser heutiger Tag startete mit leckeren Pfannkuchen und Samosas (frittierte Teigdreiecke mit Hackfleisch gefüllt) zum Frühstück. Nachdem alle gestärkt waren, holte uns der Bus ab und wir fuhren in den nördlichsten Teil und die zweitgrößte Stadt Ruandas, „Musanze“. Mit jedem zurückgelegten Kilometer änderte sich die Landschaft. Zunehmende sahen wir viele vollbepackte Fahrradtaxen und Menschen, die mit überfüllten Körben auf dem Kopf an uns vorbei liefen. In Musanze wurden wir durch ein gemeinsames Mittagessen und traditionellem Gesang und Tänzen begrüßt. Auch ohne die Kenntnis von Tanzschritten tanzten wir nach einer Weile mit. Nach und nach holten uns die Gastfamilien ab und wir hatten den ganzen Abend Zeit, um unsere Familie und das Leben in den ruandischen Gastfamilie kennenzulernen. (Tabea)

Day 6 - 11.08.2018

Nach dem Frühstück ging es für uns zur Community Work in einem Vorort von Musanze. In Ruanda findet jeden letzten Samstag im Monat "Muganda" statt, wo jeder in seiner Nachbarschaft bei Reparaturen, Baustellen oder anderen kleinen Projekten hilft. In der Nachbarschaft, in der wir halfen, wurde ein Haus für eine Frau mit 9 Kindern gebaut. Die Wände standen schon großteils und drei Ruander waren gerade damit beschäftigt den Dachgiebel zu zimmern. Uns wurde gezeigt, wie man aus Erde Ziegel herstellt, die zur Fertigstellung des Hauses benötigt wurden. Bei der Arbeit waren alle mit Enthusiasmus dabei und bald hatten wir eine ganze Reihe an Ziegeln gefertigt. Nach der Community Work erkundeten wir in Kleingruppen das Stadtzentrum von Musanze, wo sich insbesondere der Agricultural Market mit vielen günstigen, exotischen Früchten großer Beliebtheit erfreute. (Saskia)

Day 7 - 12.08.2018

Heute haben wir einen Tagesausflug zum Kivusee gemacht. Nach dem Frühstück im St. Vincent Center sind wir nach einer gut einstündigen Busfahrt am Kivu angekommen. Zuerst haben wir noch einen Abstecher zu heißen Quellen gemacht. In denen kann man sogar Eier und Kartoffeln kochen. In einem Pool, der außen mit gefüllten Säcken abgegrenzt ist, wurden uns die Füße massiert. Im Hintergrund wurden zwei Männer bis zum Hals im warmen Sand eingegraben. Nach der Massage sind wir mit dem Bus zum Strand gefahren, um dort unseren Lunch zu essen. Der Strand war schön, nur standen sehr viele Kinder um uns herum und haben darauf gewartet, dass wir ihnen etwas abgeben. Für manche Teilnehmer eine unangenehme Situation. Deshalb sind wir mit unseren Päckchen zu einem Privatstrand runter gelaufen. Philipp, Lea und Lara waren im Kivu schwimmen, während wir anderen auf die Taschen aufgepasst haben und Bändchen geknüpft haben. Ein Highlight des Tages war die kleine Schifffahrt zur Grenze vom Kongo. Gegen kurt nach 5 kam der Bus um uns zurück zum St. Vincent Center zu bringen. (Pia)

Day 8 - 13.08.2018

Da in Ruanda zum aktuellen Zeitpunkt Ferien sind, waren wir heute morgen mit der Gruppe in der Ferienbetreuung. Mit ca. 100 Kindern haben wir vormittags Kreisspiele gespielt. Welche, die wir neu lernen mussten und welche, die aus KjG Zeltlagern bekannt sind und die wir der Runde erklärten. Es hatten alle super viel Spaß. Das Mittagessen gab es, wie an allen Tagen während unseres Wochenendes in Musanze im Kloster-Center St. Vincent. Danach ging es im Bus zurück nach Kigali. Es fühlte sich schon fast wie "Nach-Hause-Kommen" an, als wir die Zimmer wieder einräumten. Vor dem Abendessen reflektierten wir in national-gemischten Gesprächen das Wochenende und den Aufenthalt in den Gastfamilien. Während aus der deutschen Gruppe viel über das Leben der Gastfamilien erzählt wurde, waren einige der ruandischen Teilnehmenden besonders begeistert von ihrer ersten Bootsfahrt auf dem Kivu See.  (Clara)

Day 9 - 14.08.2018

Auch das Thema Ausbildung kam bei unserer Begegnung nicht zu kurz und so besuchten wir heute ein nahegelegenes Ausbildungszentrum und erkundigten uns vor Ort über die verschiedensten Ausbildungsgrade und weitere Faktoren, wie Finanzierung und Berufschancen. Im Anschluss stand wieder ein Austausch an, um den ruandischen Teilnehmenden auch einen Einblick in unser Ausbildungswesen zu ermöglichen. Der Nachmittag wurde genutzt, um uns durch die verschiedensten Kooperationsspiele noch besser kennenzulernen und stärker als Gruppe zusammenzuwachsen. Neben Kissenrennen und Gordischer Knoten standen auch Vertrauensübungen auf dem Plan. Der Abend wurde zum Kartenspielen und für viele Gespräche genutzt, bis alle später erschöpft ins Bett fielen. (Lea)

Day 10 - 15.08.2018

An Maria Himmelfahrt sind wir nach dem Frühstück aufgebrochen in die Stadt um die englische Messe zu Maria Himmelfahrt in der Kathedrale von Kigali zu besuchen. Leider haben wir dann am Portal der Kirche erfahren, dass die englische Messe abgesagt wurde. Dadurch entschlossen wir uns direkt zum nächsten Programmpunkt des Tages überzugehen und begaben uns zum Cercle sportife, einer Anlage mit mehreren Tennisplätzen, Volleyballfelder und einem Pool. Dort verbrachten wir dann den Rest des Tages, manche auf dem Volleyballfeld, die anderen im Pool. Im Pool wurde der Tag besonders dafür genutzt Schwimmunterricht an eine Deutsche sowie mehrere Mädchen aus Ruanda zu erteilen, sodass auch dieser Tag seine pädagogische Arbeit fand. Der Gottesdienst wurde abends in der Kapelle auf dem Gelände des Xavéri Centers nachgeholt. (Paul)

Day 11 - 16.08.2018

Im Anschluss an den bewegenden Besuch des Gedenkzentrums zu dem 1994 für mehrere Monate grausamen verübten Genozid an den Tutsi und oppositionellen Hutus, trafen wir uns mit Frère Bernardin, der auch für die UNESCO Vorträge hält, zu einer intensiven 3-stündigen Diskussion zur gegenseitigen Klärung der Begriffe Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung. Unterschiedliche Begriffsverständnisse in beiden Gruppen führten zu spannenden Erkenntnissen: Bei den Ruandern wurde unter dem Friedensbegriff (in Kinyaruanda:"amahoro") Sicherheit verstanden, während die deutsche Gruppe Diskriminierungsfreiheit als wichtigste Bedeutung auf der sozialen Ebene sah. Auf individueller Ebene wird von den Ruandern eher nach innerer Gelassenheit (englisch "tranquility") und nach Zufriedenheit von den Deutschen geschaut. Gerechtigkeit wurde vor allem am Beispiel der Aufarbeitung des Genozids diskutiert. Es wurden sogenannte Gacacas (Kinyaruanda für "Wiese/Rasen", traditionelle Laiengerichtsprozess) abgehalten, um die mit mehr als 100.000 Menschen gefüllten Gefängnisse nach dem Genozid zu entlasten und außerdem ausgleichende Gerechtigkeit den Opfern des Genozids zukommen zu lassen. Denn bei den dörflichen Gerichtsprozessen mussten die Täter im Gegenzug zur Reduzierung ihrer Haftstrafe oder Umwandlung in Sozialarbeit echte Reue zeigen und den Opferfamilien sagen, wo sie Überreste ihrer ermordeten Angehörigen finden können. (Philipp)

Hintergründe zum Genozid hat Philipp in einem eigenen Aufsatz zusammen gefasst: Hintergrund zum Genozid in Ruanda

Day 12 - 17.08.2018

Nach dem Frühstück ging es zusammen los zu einem großen Jugendzentrum in Kigali. Das war ziemlich cool, da es viele Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche gibt, zum Spielen (Fahrrad, Tanz, Basketball), aber auch zum Lernen (Englisch- und Computerkurse); und alles für umsonst. Danach sind wir zu einer Ausstellung verschiedener Jugendgruppen gefahren, die Handarbeiten u.ä. verkauft haben. Eine Gruppe hat auch extra eine Trommelvorführung gegeben, was wirklich beeindruckend war. Nachmittags haben wir alle zusammen ein Spiel gespielt, bei dem jeder fest zugeteilte Rollen hatte. Wir waren zwei Völker, die sich gegenseitig nicht verstehen, aber zusammen eine Brücke bauen mussten, was wirklich interessant war, auch für unsere eigene Jugendbegegnung. (Lara)

Day 13 - 18.08.2018

Im Gegensatz zu den anderen Tagen ging es heute einmal sportlich zu. Nach unserem Besuch der Innenstadt Kigalis, bei dem Souveniers power-geshoppt wurden, durften wir in einem Workshop von "Musicians without borders" unser tänzerisches Talent unter Beweis stellen. Manche mehr, andere weniger erschöpft ging es weiter zum Volleyballfeld. Dort kämpfte Team "Gorilla" gegen Team "Banana", welches nur eines von drei Spielen für sich entscheiden konnte. Als wir zurück im Xaveri Center waren ging es nach dem Essen schnell ins Bett. (Jonas)

Day 14 - 19.08.2018

An diesem Sonntag ging es für uns alle gemeinsam in die Kathedrale von Kigali zum Gottesdienst, den wir auf Wunsch der Teilnehmenden in der Amtsprache des Landes besuchten. Im Anschluss an die Messe gab es für alle noch einmal die Möglichkeit einen Markt in der Stadt zu besuchen und sich mit Früchten und Mitbringsel aller Art einzudecken. Nach dem Mittagessen stand die Vorbereitung auf die Abschlussveranstaltung an, bei der beide Länder eine Kleinigkeit präsentieren sollten; unsere Gruppe wurde sofort kreativ und dichtete den Songtext zu „We are the world“ passend zur Jugendbegegnung um und präsentiere ihn am Abend zusammen mit Gitarrenspiel. Viele Gruppenfotos später wurde noch einmal ein Lagerfeuer angezündet und noch eine Weile getanzt und viel über die vergangenen Wochen und die Zeit in Deutschland gesprochen. Zeitig ging es für alle ins Bett, morgen geht es schließlich sehr früh los in Richtung Nationalpark. (Lea)

Day 15 - 20.08.2018

Ungewohnt früh ging es für unsere gemeinsame Gruppe bereits um 4 Uhr morgens los, als wir uns für die Abfahrt mit dem Bus in den Akarega-Nationalpark trafen. Obwohl wir bereits gegen 4:45 Uhr endlich losfahren konnten, dauerte unsere Fahrt mit dem Bus statt der geschätzten drei Stunden fast acht Stunden bis wir endlich im Nationalpark angekommen waren. Die positive Seite unserer vielen Umwege war, dass wir nochmal deutlich mehr vom Land sehen konnten als gedacht. Nach mehreren Stunden im Nationalpark bei denen wir die unterschiedlichsten Tiere wie Giraffen, Hippos, Gazellen, Affen etc. in freier Wildbahn beobachten konnten ging es am späten Abend für ein gemeinsames letztes Abendessen zurück ins Zentrum. Nach einer gemeinsamen Abschiedsrunde mit unserer Partnergruppe verbleiben uns jetzt nur noch wenige Minuten, bevor es mit dem Flieger zurück nach Deutschland geht. (Johannes)

Back again - 21.08.2018

Gestern sind wir zurück gekommen. Müde vom Flug, reich an Erfahrungen und auch ein bisschen glücklich, wieder im gewohnten Umfeld zu sein. Ein kleines Empfangskommitee von Freunden und Verwandten erwartete uns am Flughafen in Frankfurt. Wir verabschiedeten uns bis zum Nachbereitungstreffen, das allerdings erst im November stattfindet. Bis dahin werden wir allerdings die Fotos sortiert, diesen Blog hier finalisiert und vielleicht sogar etwas der Erfahrungen verarbeitet haben. (Clara)

Das Projekt wird gefördert und unterstützt durch Engagement Global GmbH im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), den Katholischen Fonds, die Stiftung Jugendraum und den Kreis der Freunde und Förderer der KjG Mainz e.V.

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