KjG ist Kirche

KjG ist Kirche – Gelebte Theologie der Verbände

„JG – Junge Gemeinde“ – Wäre dieser Namen heutzutage nicht der viel ehrlicher für diejenigen, die KjG heißen? Wir treffen uns in unserer Gemeinschaft und starten tolle Aktionen, gehen jedoch nicht regelmäßig den Gottesdienst und trinken zu viel Alkohol – was also unterscheidet uns von anderen Vereinen? Warum tragen wir das K in unserem Namen? In der KjG gab es immer wieder Ansätze, das zu erklären: Es gibt bei KjG-Veranstaltungen Impulse und Gottesdienste. Wir beten bei unseren Jugendfreizeiten vor dem Essen. Wir reden über unseren Glauben und diskutieren über wichtige Fragen des Lebens am Lagerfeuer im Zeltlager oder den Kamingesprächen. Es gibt gewählte „Geister“ in allen Ebenen des Verbands und ein SpiriTeam – und gleichzeitig ist spirituelles Leben im Verband nicht allein Sache der „Experten“, sondern jede*r wird ermutigt, ihre/seine eigene Spiritualität einzubringen.

Aber es geht eigentlich noch um viel mehr:
2015 hat der BDKJ Bundesverband und seine Verbände zur Frage des Beitrags der katholischen Jugendverbände in der katholischen Kirche die  “Theologie der Verbände” herausgebracht. Bei verschiedenen Einheiten und Diskussionen zu diesem Konzept in Gremien der KjG-Diözesanebene oder auch bei der Diko 2017 wurde uns klar, dass wir uns mit Recht Katholische Junge Gemeinde nennen und als Verband Kirche sind. Dass uns genau das bewusst wird, ist ein wesentliches Ziel der Theologie der Verbände.Inwiefern entspricht die KjG nun also den „Kriterien von Kirche-Sein“? Diese Kriterien sind die sogenannten Grundvollzüge von Kirche: Liturgie, Diakonie, Verkündigung und Gemeinschaft. Fangen wir an mit der Gemeinschaft. Das ist der Innbegriff unseres Verbandslebens. „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Jede*r KjGler*in kann wahrscheinlich bestätigen, nicht selten einen besonderen – sogar heiligen – Geist spüren, wenn KjGler*innen zusammen sind. Die Diakonie, sozusagen gelebte Nächstenliebe, umfasst die Hilfe für Notleidende, Angebote zur Gestaltung des alltäglichen Lebens und langfristige Maßnahmen, die der sozialen Gerechtigkeit dienen. Wir versuchen, alle Menschen im Blick zu behalten – besonders diejenigen, die ausgegrenzt werden und die es schwer haben. Wir stärken und ermutigen junge Menschen, ihre Meinung zu sagen und wiederum für andere einzutreten. In der KjG wird Kindermitbestimmung groß geschrieben. Nicht zuletzt gibt es konkrete Aktionen, die die Unterstützung benachteiligter Menschen zum Ziel haben, wie z.B. die 72h-Aktion oder Projekte unserer Ortsgruppen. Mit der Liturgie ist das so: Wir feiern vielleicht nicht immer sonntags um 10h den Gemeindegottesdienst aber dennoch immer wieder, wenn wir als KjG zusammen kommen. Kinder- und Jugendverbände versuchen ihre Gebets- und Gottesdienstformen jugendgerechter zu gestalten, damit sie so ihren Vorstellungen einer Feier entsprechen. Die KjG versucht im Sinne der Verkündigung Politik und Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Auf der Grundlage unseres Menschenbilds äußert sich die KjG als Verband z.B. zu Fragen der Geschlechter- und der internationalen Gerechtigkeit, im Bereich der Ökologie wird vor allem der Gedanke der Verantwortung für die Schöpfung in die politische Diskussion eingebracht – von der Theologie wird das „Zeugnis ohne Worte“ genannt.

Siehe da – wir erfüllen alle Kriterien: Wir sind Kirche!

Die einzelnen Ortsgruppen haben nicht immer die Ressourcen mit der Theologie der Verbände auseinandersetzen wie die Diözesanebene. Aber es sind meistens eben diese Ortsgruppen, die direkt mit der Kritik, zu wenig Kirche zu sein, konfrontiert werden. Daher müssen wir von der Diözesanebene Multiplikatoren sein, die Botschaft in die Dekanate und Bezirke bringen und den KjGler*innen vor Ort klarmachen: Genau das, was ihr macht – das ist Kirche! Wir wollen als Ansprechpartner*innen bereitstehen und den KjGs vor Ort helfen zu zeigen, dass sie das K berechtigterweise im Namen tragen. Kirche sein bedeutet mehr, als nur in den Gottesdienst gehen. Jedes Gespräch und jede gemeinsame Aktion basiert auf den Grundvollzügen, auch wenn nicht jeder Teil immer gleich stark ausgeprägt ist.

Wenn euch das Thema interessiert: Meldet euch gerne bei spiriteam@kjg-mainz.de

Dieses Statement ist ein Beschluss der Diözesankonferenz 2018.

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