Jugendbegegnung mit Ruanda

von Matthias Göbel

Die meisten verbinden mit der KjG wahrscheinlich die üblichen Klassiker: Gruppenstunden, Ausflüge und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus natürlich die jährlichen Ferienfreizeiten und Zeltlager, die oftmals den Höhepunkt eines KjG-Jahres bilden. Jugendgottesdienste, Aktivitäten in der Kirchengemeinde und Sozialaktionen runden das Bild der typischen KjG Ortsgruppe ab. Aber es gibt noch mehr: Immer wieder finden sich neue Ideen und Möglichkeiten wie innerhalb der KjG alte Konzepte hinterfragt werden und Raum für Neues entsteht. Als einen solchen Innovationsprozess kann man auch die aktuelle internationale Arbeit der KjG im Diözesanverband Mainz sehen, die vor ungefähr 1,5 Jahren gestartet wurde.

Solidarische Gesellschaft und internationale Jugendarbeit

Soziale Verantwortung und das Engagement für eine solidarische Gesellschaft sind feste Bestandteile der Grundlagen und Ziele der KjG. Dabei geht es nicht nur um den unmittelbaren Erfahrungsraum der Kinder und Jugendlichen, sondern auch um politische Interessenvertretung und weltweite Verantwortung. Dem Beispiel des KjG Bundesverbands folgend trägt der Diözesanverband Mainz seit 2012 jedes Jahr mit 0,7% seiner Einnahmen zu wechselnden Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit bei (häufig für Schulen). Aber sich deswegen gleich mit einem Schwerpunkt auf internationaler Jugendarbeit zu rühmen, wäre dann doch eine gehörige Selbstüberschätzung. Da geht noch mehr: Zuerst wurden Informationen gesammelt und Möglichkeiten ausgelotet. Was wollen wir genau? Wie können wir das erreichen? Und welche zeitlichen Möglichkeiten haben wir? Am Ende war die Idee einer internationalen Jugendbegegnung geboren. Mit Unterstützung unseres internationalen Dachverband FIMCAP fanden sich mehrere mögliche Partnergruppen und manchmal auch Kontaktdaten zu Ansprechpersonen. Die Finanzierungsfrage wurde mit den Zuschussmöglichkeiten von Engagement Global im Auftrag für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ )  zumindest größtenteils beantwortet, sodass die Diözesankonferenz 2017 guten Gewissens dem Vorschlag des Diözesanausschusses zur Durchführung der internationalen Jugendbegegnung zustimmen konnten.

 

Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation in Ruanda

Aktuell liegt somit bereits etwas mehr als ein Jahr der Vorbereitung hinter uns. Mit Xavéri Ruanda haben wir eine Partnerorganisation gefunden. Auch wenn erste Kontakte über den halben Globus schwierig waren (solange nämlich, bis wir verstanden hatten, dass E-Mails kein und What’s App ein sehr gutes Kommunikationsmittel ist) und mit Sicherheit auch das eine oder andere Missverständnis entstanden ist, ist die meiste Kommunikation bisher gut verlaufen! Für die Jugendbegegnung haben wir uns dazu entschieden, zunächst im August 2018 mit einer Gruppe von 10 KjGler*innen Ruanda zu besuchen, der Rückbesuch aus Ruanda erfolgt dann im Frühjahr 2019. Ideen zum Programm der Jugendbegegnung wurden gesammelt, Förderanträge wurden ausgearbeitet und die teilnehmenden KjGler*innen ausgewählt.

Thematisch haben wir uns dazu entschieden den Begriff der Bildung ins Zentrum zu stellen. Dabei soll es sowohl um die formale, schulische als auch um die non-formale, verbandliche Bildungsarbeit gehen. Wir sind gespannt darauf zu erfahren, inwiefern sich Jugendverbandsarbeit auch in Ruanda als außerschulischer Bildungsort versteht und was wir voneinander lernen können. Für die KjG erhoffen wir uns neue Eindrücke und Kontakte und für unsere Teilnehmenden viele spannende Erfahrungen.

Es wurde immer konkreter, längere What’s App Nachrichten und eingescannte Unterschriften wanderten zwischen der KjG und Xavéri hin und her. Bis die Rede davon war, einen Vorbesuch in Kigali, Ruandas Hauptstadt, zu machen und Näheres vor Ort abzusprechen.

 

Fortsetzung folgt…