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Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. 

 Unter Boxenstopp versteht man das kurzfristige Stoppen vom gerade eingeschlagenen Weg, um aufzutanken, neue Reifen zu montieren, kleine Reparaturen und/oder mechanische Einstellungen vorzunehmen oder eine Auszeit für den/die FahrerIn zu ermöglichen. Im Prinzip war es genau das für uns TeilnehmerInnen vom Boxenstopp-Wochenende der KjG Mainz: ein zweieinhalb-tägiger Stopp am letzten Januar-Wochenende auf dem Rochusberg oberhalb von Bingen, um den gerade eigeschlagenen Weg zu reflektieren, um Kraft aufzutanken, neue Ideen zu konstruieren, unsere Einstellungen zu überprüfen und eine Auszeit zu ermöglichen.

Spannend war am Freitag festzustellen, wer sich zum Boxenstopp eingefunden hatte, von Abiturient bis Klosterbruder, von Lernenden bis Arbeitenden, eine wunderbar gemischte Gruppe. Los ging es nach einer Vorstellungsrunde mit einer Folge „In the Box“ – Michi Beck (von Fanta4; wer ihn kennt, Arm hoch :D), der das Leben im Benediktiner Kloster in St. Otilien vorstellte… und wie leben wir Teilnehmenden? Wo stehen wir gerade? Was ist unser Standpunkt?

Alles kann, nichts muss

Das ganze Wochenende, aber besonders das Angebot am Samstag, lief nach dem Prinzip „alles kann, nichts muss“ mit verschiedenen Angeboten zu den Themen Lebenskrisen, Prägung, Formen des Betens und einem Bastel-Workshop (der so nicht genannt werden wollte).

Gleichzeitig war jedoch auch Zeit für individuelle Gestaltung – Spazieren gehen, persönliche Gesprächen, schlafen, beten, lesen, Musik hören oder lernen.

Höhepunkt des Wochenendes war die Segnungsandacht am Samstagabend. Schweigend spazierten wir auf dem Rochusberg durch die Weinberge zu einem Pavillon mit wahnsinniger Aussicht über den Rhein und die Lichter der Stadt unter uns. An diesem beeindruckenden Ort erzählte und Bruder Kornelius von einem Moment in dem ihm bewusst wurde, hier ist Gott, er lebt in uns allen und kennt jede unserer Geschichten.

Im Anschluss an den langen schweigenden Blick über den Rhein und die strahlenden Lichter der Häuser auf der anderen Rheinseite gingen wir gemeinsam, schweigend zum Außenaltar der Rochuskapelle. Wir alle haben unsere Geschichte und auch wenn Gott sie kennt, dürfen wir ihn um Hilfe bitten. Hierfür stellte jeder sein persönliches Licht auf und trug seine eigenen Bitten zu ihm. Nach längerem Schweigen machten wir uns auf den Rückweg um im Meditationszimmer gemeinsam zu singen und unsere Kirche und unseren Glauben noch einmal ganz neu zu entdecken.

Ein starkes Gefühl

Und wie Bruder Kornelius ganz selig feststellte: „Wir sind und hier ist Kirche!“ Was ein starkes Gefühl.

Gefühl stand sowieso das ganze Wochenende sehr im Fokus. Ein Gefühl der Offenheit, in der jede*r seinen Empfindungen Ausdruck verleihen konnte; ein Gefühl der Geborgenheit, Anteilnahme und der Zusage, dass man begleitet und nicht alleine ist; ein Gefühl der Akzeptanz eines/einer jeden Einzelnen mit seinen Standpunkten, Problemen und Entscheidungen; das Gefühl von KjG, dass sich nicht nur durch die zwei Kästen Bier und dem Fläschchen Wein einstellte, wenn alle abends zusammensaßen.

Alles in Allem war das Boxenstopp-Wochenende ein sehr intensives Wochenende an dem wir alle gemeinsam uns und unsere Spiritualität neu entdecken durften.

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. 

 

Clara Löw und Theresa Weber